Sonntag, 22. März 2009

Showtime


Drei Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal einen Tanzball fotografiert habe und gestern Abend nun war es wieder soweit. 200 mehr oder weniger tanzwütige Menschen haben sich versammelt um im 3/4 Takt oder auch schneller, möglichst im Gleichschritt mit dem Partner übers Parkett zu schweben. Sicherlich kann man sich über den Begriff "schweben" bei dem einen oder anderen noch streiten, aber Spaß hatten doch alle daran. Meine rechte Hand auch, die nach fast 4 Stunden nonstop fotografieren, oder fast nonstop, doch allmählich verkrampfte. Aber das gehört dazu. Der Abend war amüsant, noch schöner, weil ich endlich mal wieder zum tanzen gekommen bin. Ein Tanzlehrer der älteren Generation (ich schätze, er war an die 70 Jahre), konnte es nicht hinnehmen, dass ich mit Samba und Tango nicht wirklich viel anfangen kann. Das sind einige der wenigen Tänze, die mir nicht sonderlich liegen. Bei der Samba fühle ich mich wie ein Kaninchen auf der Flucht *hoppel* und beim Tango kann ich diese eckigen Bewegungen nicht leiden, geschweige denn, das ruckartige Kopf herumwerfen. Nun denn, der Herr Tanzlehrer hat mir gezeigt, dass es doch glatt unmöglich ist, seinen Kopf nicht so werfen, wenn der Tanzpartner entsprechend führt. Unfassbar ist das. Macht man die Bewegung nicht mit, hat man hinterher mindestens einen steifen Hals, wenn nicht mehr.

So kam ich, außer zu dem doofen Tango und der Samba, auch zu einem Wiener Walzer *schmelz* , zum Quickstepp, zum langsamen Walzer, zur Rumba und zum Dicsofox. Jahrelang nicht mehr getanzt, haben meine Füße sogar die Figuren noch hinbekommen. Ganz von alleine.. staun.. ist wohl fast wie mit dem 10-Finger-System beim tippen. Mir ist bis heute unklar, wieso meine Finger wissen, was sie machen müssen, aber sie können es. Blind und schnell. Einfach so. Und das jahrelange tanzen hat wohl entsprechende Synapsen in den Füßen gebildet, sehr cool ist das.

Irgendwie müssen wir es wieder schaffen, dem Tanzen Raum in unserem Leben zu geben - weil, mein Herz hat geblutet, als ich die ersten Stunden "nur" fotografiert, aber nicht getanzt habe. Es ist einfach eine tolle Sache.

Jetzt hoffe ich noch, dass die Bilder beim Tanzclub gut ankommen - dann war es gestern ein höchst erfolgreicher Abend.

Kommentare:

  1. Oh, meine Liebe, mir war ganz entgangen, dass du wieder blogst! Da werde ich doch von jetzt an öfter hier vorbei kommen!

    Tanzen mag ich auch gerne, allerdings ist der Rabenmann nicht wirklich gut beim Führen. Wir müssen die Figuren immer absprechen, dann geht es so halbwegs. Immerhin sind wir uns einig über den Takt, in dem wir tanzen wollen. Mit einigen unserer Freunde klappt das nicht so gut, nicht mal, wenn man laut mit zählt! Da stolpert man dann schon etwas hinterher.

    LG
    die Rabenfrau

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  2. Oh ja, schau dass Du wieder tanzen kannst :-) Ich bin nun seit 3 Jahren wieder drin und glaub aufgeben kommt nicht mehr in Frage. Zu spüren wie man jede Woche besser wird *schwärm*. ok ich war früher ne Niete, da wird man noch wöchentlich besser *hehe*.

    Aber jajaja, mach dem Tanzen Platz! Das tut der Seele gut. Notfalls darfs ja auch ein anderer Mann sein, wenn der Liebste zwei linke Füsse hat. Tanzen ist immer schön, egal mit welchem Mann. Nur mit dem eigenen halt noch ein bischen schöner :)

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  3. Och mensch, da hatte ich so nen schoenen Kommentar geschrieben, und dann erscheint der einfach nicht. Bloed das.

    Meine Eltern waren Standard Taenzer und als Kinder sind mein Bruder und ich an vielen Wochenenden mit ihnen zu den verschiedensten Tournieren gereist, um sie anzuspornen. Ich habe immer die kleinen Glitzersteinchen aufgesammelt in den Pausen.

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  4. Das hört sich gut an!

    Das mit dem 10-Finger-System kann ich absolut nachvollziehen - das mit den Füßen weniger *kicher*! Aber ich hab auch ein Taktgefühl wie ein Nilpferd und tanze in keiner Weise gerne ;).

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