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Montag, 27. September 2010

Ringelpiez mit Gänsehaut

Manche Dinge braucht kein Mensch.

Montagmorgen. 07:10 Uhr.

Besuch auf der heimischen Gästetoilette.

1 m² groß (kein Scherz, wer mehr wiegt als 100 KG kann den Raum leider nicht betreten und sollte er spontan während der Sitzung zunehmen, was eher selten vorkommen dürfte, wird er den Raum leider nicht mehr verlassen können..)

Muttern muss auf selbiges Örtchen.

Und bemerkt während der Nutzung eine Bewegung auf dem Fußboden. Ganz in der Nähe der 42 iger Füße, die in übergroßen Puschen stecken.

Was sich da urplötzlich bewegt und hektisch ums Klo rennt?

RICHTIG.

Eine dicke, fette, behaarte, widerliche (sorry, ich kann nicht anders) HAUSSPINNE.

Toll.

Ganz toll.

Ich habe versucht das Vieh zu hypnotisieren und während mir der Schweiß ausbrach, weil ich nicht wusste, wohin mit meine Füßen, hat es sich irgendwann direkt an die Tür gehockt. Mittig.

Denkvorgänge um diese Uhrzeit und unter diesen Voraussetzungen sind - zumindest was meine Person betrifft - eher wenig produktiv. Eine fette Hausspinne und ich, eingesperrt in einem 1 m² kleinen Raum, mit nichts als weichen Hausschuhen, einer Rolle Klopapier, einer Klobürste und dem Gästehandtuch bewaffnet.

Ein sehr ungerechter Kampf.

Als mir klar wurde, dass ich schlecht bis zum Nachmittag und dem eintreffen meines Gatten im Klo verweilen konnte, habe ich todesmutig im schneckentempo die Tür geöffnet. In Gedanken sah ich das Monster bereits in die unmittelbar hinter der Tür stehenden Schuhe der Familie M. verschwinden, was bedeutet, dass ich leider alle Schuhe hätte verbrennen müssen. Noch dazu steht das Schuhregal auf einer schwarzen dicken Fußmatte, das Biest wäre praktisch unsichtbar in einem der Schuhe verschwunden...

Gut. Kommen wir zu der nass geschwitzen Person in der geöffneten Klotür zurück, die mehr oder weniger gehetzt ihren Nachwuchs zu sich rief. Was das liebe Tochterkind aufgrund des panischen Untertons in Mutters Stimme ausnahmsweise mal umgehend ausführte.

Ebenfalls meine Bitte, mir die schwersten Papa-Schuhe zu reichen, die es finden kann.

Und das Spinnentier war so nett, sitzen zu bleiben und sich kurz darauf von 46 iger Männerschuhen ins Jenseits befördern zu lassen.

Ich weiß.

Ich bin ein Tiermörder, unsensibel und ein schlechtes Vorbild.

Mein weinendes Kind hat mir auch ein zusätzlich bitteres Gewissen verpasst. Sie fand das äußerst fies von mir, die Spinne zu erschlagen.

Ok. Ich werde Buße tun müssen.

Aber eine fette Spinne und ich, auf so kleinem Raum. Das muss tödlich enden.

Und so jung bin ich ja nicht mehr, meine Nerven schlecht und wer weiß, zehn Minuten länger und die Spinne würde sich jetzt ins Fäustchen lachen..... (ok, umfallen hätte ich nicht können in dem kleinen Raum, das wäre eine aufrechte Leiche geworden.. )

Sonntag, 16. August 2009

Mörder

Völlig dem gängigen Klischee entsprechend, könnte ich 2 mtr. senkrecht die Wand hochkriechen und schreiend am Deckenleuchter hängen, wenn mir jene Gattung über den Weg krabbelt, die 6 acht Beine hat, behaart ist und sich innerhalb MEINER vier Wohnwände befindet. Eben war es mal wieder so weit. Harmlos und nichts ahnend stehe ich im Bad und versuche aus meinen platten, angetrockneten Flusen auf dem Kopf sowas wie eine Frisur zu machen, als mein Blick auf die Badewanne fällt. Irritiert blicke ich auf den Abfluss, so ein großer runder Stopfen, den man öffnen und schließen kann. Kein Gummistopfen also. Eben jener Stopfen hat plötzlich Beine. Dunkelbraune, haarige Beine, vier Stück kann ich sehen .. und einen Teil vom Körper. Während mein Inneres schreiend an die Deckenlampe springt und mein Äußeres ca. 40 cm dicke Gänsepelle bekommt, wird mir klar, dass ich schnell handeln muss. Weil, wenn Kind erstmal dem entzückenden Spinnentier in der Wanne gewahr wird, hat sie das letzte Mal dort gebadet oder geduscht. Das anschalten vom Wasser hat erstmal zur Folge, dass das Monster unter dem Stopfen verschwindet. Während ich schon aufatme und den Duschkopf anschalte, kommt sie jedoch wieder heraus gerast. Mein Inneres schreit noch lauter, die Deckenlampe ist kurz vorm reißen und ich dusche das hektisch durch die Wanne krabbelnde Riesenvieh, mit dem harmlosen Namen "Hausspinne". Möchte mal jemand googeln? Dann wißt Ihr, dass schlicht der Name so possierlich klingt.

Wah.

Minuten später war sie dann weg. Ich habe gefühlte 2 Stunden heißes Wasser nachlaufen lassen, danach den Stopfen verschlossen und Wasser darauf stehen gelassen. Wer weiß, vielleicht hat das Beinengetier ja einen Neoprenanzug und Atemschutzgerät.

Ist das eklig. Echt. Ich weiß, es ist nur ein Tier. Und es hat ein Recht zu leben, aber bitte NICHT in meinen vier Wänden.

Ich Mörder ich.

Und Gänsepelle habe ich immer noch.

*uah*